Lange hat es gedauert, aber nun ist ein Meilenstein erreicht: Der Firefox in seiner aktuellen Version 3.5 konnte den bisherigen Platzhirsch Internet Explorer in Version 7 weltweit erstmalig überholen - sagen zumindest die Jungs von StatCounter in ihrer aktuellen Statistik. Wie aussagekräftig diese Daten sind, muss jeder für sich selber entscheiden. Der Dienst StatCounter sammelt Daten u.a. über verwendete Browser - allerdings nur von Webseiten, die sich an diesem Projekt beteiligen. Deren Zahl beläuft sich derzeit immerhin auf über 3 Millionen.
Signifikanz hin oder her - Ein globaler Trend weg vom Internet Explorer ist schwer zu übersehen. Der Browser aus Redmond ist zwar noch mit über 55% insgesamt mit Abstand das meistgenutzte digitale Surfbrett, verliert aber ständig Nutzer an die Konkurrenz.
In meinen Augen ist das auch kein Wunder, denn der Internet Explorer ist nicht nur äusserst langsam, sondern bietet auch wenig Nutzerkomfort im Vergleich zu Firefox oder der kommenden Version von Google Chrome, welche sich über Addons und Plugins bequem und beliebig personalisieren lassen. Ganz nebenher schneidet der IE gelinde gesagt grauenvoll in Sachen Kompatibilität zu bestehenden Webstandards ab.
Insbesondere Webentwickler werden daher einen möglichen Niedergang des Internet Explorers begrüssen - So müssen Webseiten bislang meist mit viel Aufwand speziell für diesen Browser angepasst werden, damit die Webseite im IE überhaupt fehlerfrei dargestellt wird. Ich für meinen Teil bin dazu übergegangen mich damit zufriedenzugeben, wenn die Funktionalität der Seite im IE gewährleistet ist. Wer Wert auf gute Optik legt, nutzt sicherlich nicht mehr den Internet Explorer...
Aber es gibt noch Hoffnung für Microsoft: Die kommende Version 9 des Internet Explorers soll nicht nur deutlich schneller sein, sondern auch aktuelle Webstandards unterstützen. Eine sehr frühe Entwicklerversion erreicht so im ACID3-Test 32 von 100 Punkten. Etwas dünn im Vergleich zu 96/100 (Firefox 3.5) bzw 100/100 (Chrome 3.0) Punkten, aber immerhin... Schliesslich handelt es sich hierbei um eine äusserst frühe Testversion. Vielleicht gelingt den Jungs aus Redmond ja doch noch - wider Erwarten - ein Überraschungserfolg!?
