Es ist ruhig geworden rund um das Thema Zensur hier in Deutschland. Waren die vergangenen Jahre geprägt von Vorratsdatenspeicherung, Netzsperren und Three-Strikes-Modellen, ist die Debatte aus dem Focus der Öffentlichkeit gerückt. Zu Unrecht! Denn das Thema Zensur ist aktueller denn je...
Der elektrische Reporter hat jetzt einen schönen Beitrag zum Thema Zensur veröffentlicht. Titel: "Gesperrt, gefiltert, abgeklemmt: Das unfreie Netz".
Neu ist die Debatte um Zensur - speziell im bööösen Internet ja nun wirklich nicht. Die aktuell eher spärliche Präsenz des Themas in den Massenmedien ist allerdings kein Grund zum Aufatmen. Denn wenn etwas, das die Mächtigen wollen derartigen Widerstand aus der Bevölkerung erfährt - dann beschliesst man das halt einfach im stillen Kämmerlein und benennt das Ganze noch mit irgendeinem komisches Akronym, damit der Otto-Normalbürger damit auch ja nix anfangen kann. In diesem Falle heißt das Ganze dann "ACTA". Noch nie davon gehört? Kein Wunder - schliesslich wird das "Anti-Counterfeigting Trade Agreement" auch im Geheimen unter Ausschluss der Öffentlichkeit debattiert.
Warum das so ist, kann man sich eigentlich denken: Das ACTA sieht nicht weniger als eine "Radikalisierung der derzeitigen Urheberrechts- und Patentgesetzen geplant unter Auschluß der Öffentlichkeit" vor. Internetsperren, Three-Strikes-Modelle, Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen und Produkpriaterie auf internationaler Basis and so on... Der Wunschtraum der Contentmafia. Quasi alles das, was die Leute hierzulande auf die Barrikaden bringen würde. Und da man sich dann wohl wieder mit Protest, Petitionen und ähnlichem Ärger rumschlagen müsste, wird der kleine Mann wohl erst erfahren was da aktuell beschlossen wird, wenn es schon in handfeste Gesetze gegossen wurde.
Es ist ZU ruhig geworden um das Thema Zensur...